Liveticker Räumung und Rodung im Osterholz, Wuppertal

Kurzer Lagebericht zu gestern Abend und der Nacht, gestern Abend war niche und Demonstration mit etwa 250 Menschen die ihre Meinung kundtun wollten. Als der Demonstrationszug am Wald angekommen war wurde er von mehreren behelmten Beamten Beamten empfangen, bzw. hatten diese die Zugänge zum Wald komplett abgeriegelt, damit dort keiner aus der Demonstration in den Wald stürmen konnte. In der anschließenden letzten Nacht, leuchtete die Polizei denn restlichen besetzten bzw. geräumten Bereich mit Scheinwerfern ausgeleuchtet, haben sich aber nach dem Demonstrationszug zurückgezogen.

9:23 Uhr – Es sind noch keine Beamten auf den Strukturen, aber es wurden erneut 2 Aufforderungen ausgesprochen, zu gehen.

9:18 Uhr – In der Mitte des Barrios wird jetzt geräumt

9:15 Uhr – Grade transportiert ein RTW einen Mensch von der Mahnwache ab. Aber wer es genau ist, ist noch unklar

9:10 Uhr – Aktuell sind am Osterholzer Wald, am Bahnhof in Vohwinkel, und am Polizeipräsidium aber auch am Land Gericht angemeldeten Mahnwachen

8:35 Uhr – Heute morgen rollen schon wieder viele schwere Geräte in den Wald

8:22 Uhr – Guten Morgen vom Osterholz, auch heute werden wir für euch über dieses Ereignis berichten.

17:13 Uhr – Nachdem fast alle Pressevertreter:innen den Wald verlassen haben, gab es nun noch eine Auseinandersetzung mit der Polizei und den letzten verbleibenden Aktivisten die sich auf dem höchsten Baumhaus der Besetzung befanden, aktuell klettert die Polizei den Baum hoch um die übrigen Aktivisten aus dem ersten Barrio zu räumen.

16:36 Uhr – Die Kalkwerke Oetelshofen haben nun einen privaten Sicherheitsdienst (Soopsec) beauftragt, die geräumte Waldfläche zu beschützen.

Die Osterholzer Straße ist Vollgesperrt, und die Polizei hat diese nun zum etwa 750 Meter langen Parkplatz umfunktioniert.

16:20 Uhr – Dass Erste Barrio ist nun komplett leer, nun wird angefangen die Infrastruktur zu räumen. Aufgrund der langsam eintretenden Dunkelheit, hat die Polizei gesagt dass aufgrund von Dienstordnungsvorschriften sobald es dunkel ist, keine weiteren Bäume mehr gefällt werden dürfen bzw. sollen. Ein weiterer Punkt ist, dass die Polizei nun auch ihre eigene Struktur für die Nacht bzw. den Abend vorbereitet wie zum Beispiel mehrere Beleuchtungswagen.

15:34 Uhr – Erneute Probleme mit der Pressefreiheit und inzwischen ist der Abstand auf 100 Meter gewachsen. Und der “Pressebereich” ist sehr klein

14:20 Uhr – Die Polizei hat die ersten Aktivist:innen in Gewahrsam genommen und bringen sie aus dem Wald

Mit Schotter und schwerem Gerät werden befestigte Wege in den zuvor unberührten Wald gebaut.

13:51 Uhr – Die ersten Aktivist:innen werden aus den Bäumen geholt.

13:45 Uhr – Erste Kletterpolizist:innen erreichen die Baumhäuser

13:27 Uhr – Sowohl Polizeisanitäter:innen als auch Öffentliche Rettungssanitäter:innen, und auch die Feuerwehr ist vor Ort.

13:24 Uhr – Die Presse war etwa 10 Minuten im Barrio unter Polizeibegleitung. Wurden aber wieder auf 60 bis 80 Meter Sicherheitsabstand, geschickt sodass sie nur eingeschränkt arbeiten können.

12:57 Uhr – Die Presse hat nun Zugang in den Wald bekommen. Aber nur unter Vorbehalt.

Die Bürgerinitiative hat noch eine zweite Mahnwache direkt vor dem Bahnhof Vohwinkel.

12:20 Uhr – Ca. 50 Menschen an der angemeldeten Mahnwache. Aber weitere Beamte des Höheninterventionsteams der Polizei machen sich nun auf den Weg zum Barrio.

11:49 Uhr – Weitere Beamte des Höheninterventionsteams der Polizei treffen nun am Wald ein.

11:45 Uhr – Die Pressevertreter:innen müssen mindestens noch eine Stunde warten, bis sie zu einem fest definierten Ort können von dem berichtet werden darf. Parallel läuft der Polizeipfarrer ohne Helm durch den Wald.

Bekannte Firmen beteiligen sich an Räumung und Rodung, so stellt Boels Baumaschinen Verleih die Zäune, mit denen das Gebiet eingezäunt wird.

11:00 Uhr – Den Angaben der Besetzten zufolge, gibt die Polizei Falschmeldungen an, wie z.B. dass Pyrotechnik benutzt worden sei oder auch Flaschen geflogen sein sollen.

10:50 Uhr – In der Waldbesetzung werden nun Lautsprecherdurchsagen von der Polizei gemacht, mit der Hoffnung dass die Besetzter den Wald freiwillig verlassen.

10:00 Uhr – Der gesamt Wald wird abgesperrt. Auch Presse wird nicht mehr in den Wald gelassen.

09:38 Uhr – Außerhalb des Gebiets dass gerodet werden soll, wird grade eine Straße Richtung Rodungsgebiet gebaut. Von dieser ist im Planfeststellungsbeschluss nicht die Rede.

09:32 Uhr – Die Bagger stehen jetzt kurz vor den besetzten Baumhäusern, die Presse wird aus dem besetzten Bereich geschickt.

08:27 Uhr – Die Polizei räumt die Mahnwache und verlegt diese weiter weg.

08:25 Uhr – Der Mahnwache werden Zwangsmaßnahmen angedroht, wenn diese nicht erneut verlegt wird.

08:10 Uhr – Barrikaden werden mir schwerem Gerät geräumt

08:00 Uhr – Die Mahnwache ist so sehr von der Polizei umgeben, dass einige die Mahnwache nicht finden. Eine Karte mit dem neuen Standort gibt es hier: https://fffutu.re/Karte_Osterholz

07:40 Uhr – Es werden Zäune um das Waldstück aufgestellt, welches gerodet werden soll.

07:35 Uhr – Pressefreiheit wird massiv eingeschränkt. Pressevertreter:innen dürfen sich nur noch mit Polizeibegleitung im Wald bewegen.

07:15 Uhr – Die Osterholzer Straße wurde gesperrt. Nur noch Busse werden durchgelassen, nachdem diese durchsucht wurden.

07:02 Uhr – Menschen, welche zur Mahnwache wollen, werden nicht durchgelassen.

07:00 Uhr – Die Polizei möchte die Mahnwache erneut verlegen.

06:55 Uhr – Die Polizei hat viele Eingänge zum Wald abgesperrt, aber den Wald nicht komplett umstellt.

06:53 Uhr – Mahnwache im #OsterholzBleibt Wald wurde um etwa 100 Meter in Richtung Osterholzer Straße verlegt. Mahnwache ist von der Osterholzer Straße in #Wuppertal #Vohwinkel aus zugänglich.

06:35 Uhr – Die Küchenstruktur, welche über eine Leiter erreichbar ist, wurde von der Polizei eingenommen.

9:10 Uhr – Aktuell sind am Osterholzer Wald, am Bahnhof in Vohwinkel, und am Polizeipräsidium aber auch am Land Gericht angemeldeten Mahnwachen

06:30 Uhr – Menschen werden daran gehindert, zur Mahnwache im Osterholz zu gehen.

06:17 Uhr – Polizei möchte #OsterholzBleibt Mahnwache im Wald in #Wuppertal weg haben. Es wird verhandelt.

06:10 Uhr – Hundertschaften und BFE erreichen die Waldbesetzung

05:55 Uhr – Mehrere Wannen kommen am Osterholz an.

Rodung im Osterholz beginnt! – Pressemitteilung von Fridays for Future Wuppertal

Diese Pressemitteilung ist im original Wortlaut, ohne redaktionelle Änderungen wiedergegeben.

Die Polizei hat mit der umstrittenen und lang diskutierten Räumung des Osterholz in Wuppertal-Vohwinkel begonnen. Die Kalkwerke Oettelshofen werden nach eigener Aussage im Anschluss mit der Rodung des über fünf Hektar großen, gesunden Mischwalds beginnen. Das Oberverwaltungsgericht in Münster hatte die Rodung freigegeben, über eine Klage eines Anwohners vor dem Bundesverfassungsgericht wurde hingegen noch nicht entschieden. Im Osterholz müssen nun etwa 1500 Bäume einer Abraumhalde für Sand, Lehm und Erdreich aus der Kalksteingewinnung weichen. Für Bürgerinnen und Aktivistinnen ein Skandal in Sachen Umwelt- und Klimaschutz. Über zwei Jahre lang protestierten sie gegen die geplante Rodung, reichten Klagen ein und diskutierten am Runden Tisch. Es dürfe nicht sein, dass mitten in der Klimakrise wirtschaftliche Einzelinteressen vor Klimaschutz gestellt werden.

„Mit der Rodung wird eine lange Auseinandersetzung im Osterholz zu Ende gehen. Auch wenn wir diese fünf Hektar Wald nicht retten konnten, haben wir den Konflikt nicht verloren. In Zukunft werden es sich Wuppertaler Firmen und die Stadtpolitik wohl zwei Mal überlegen, ob sie sinnlos unsere Umwelt zerstören. Heute protestieren wir noch einmal vor Ort gegen die Räumung und Rodung. Dabei fordern wir alle Beteiligten auf gewaltfrei vorzugehen. Vorgänge, wie sie unter anderem im Hambacher Forst dokumentiert wurden, dürfen sich auf gar keinen Fall wiederholen. Wir fordern weiterhin: Osterholz bleibt!“, sagt Arian Gaubig, Sprecher von Fridays for Future Wuppertal

Auch Aktivist*innen und auch der grüne Oberbürgermeister Uwe Schneidewind fordern, dass sich die rechtlichen Rahmenbedingungen auf Landes- und Bundesebene verändern, um dafür zu sorgen, dass solche Waldrodungen zukünftig nicht mehr möglich sind.

“Dass Wälder wie das Osterholz heute noch Abraumhalden, Autobahnen oder der Kohlegewinnung weichen müssen ist ein skandalös und zeigt, dass diese Krise immer noch nicht ernst genug genommen wird. Gesunde Mischwälder sind elementar wichtig in unserem Kampf gegen die eskalierende Klimakrise. Sie speichern nicht nur enorm viel CO2, sondern sie schützten uns auch vor den dramatischen Folgen der Klimakrise. Solche Wälder sorgen für Regen und kühlere Temperaturen in Hitzesommern und sind Lebensraum für etliche Arten und daher unverzichtbar, für den Erhalt unserer Ökosysteme. Es ist also offensichtlich, dass wir diese Wälder schützen müssen, anstatt sie zu Zerstören und so die Klimakrise weiter zu befeuern.”, sagt Sina Bublies, Sprecherin von Fridays for Future Wuppertal.

Auch wir rufen heute Abend um 18 Uhr zur Demo am Bahnhof Vohwinkel gegen die Rodung auf.

Offener Brief von Fridays for Future Wuppertal an die Kalkwerke H. Oetelshofen GmbH & Co. KG

Dieser offene Brief ist im original Wortlaut, ohne redaktionelle Änderungen wiedergegeben.

An: Kalkwerke H. Oetelshofen GmbH & Co. KG
Von: Fridays for Future Wuppertal
Betreff: Offener Brief zu den Sondierungen des Kampfmittelräumdienstes im Osterholz

Sehr geehrter Till Iseke, sehr geehrtes Team der Kalkwerke Oetelshofen,

wir wenden uns heute sorgenvoll im Hinblick auf die Entwicklung rund um das Osterholz und Sondierungen des Kampfmittelräumdienstes an Sie. Ganz bewusst werden wir die inhaltliche Diskussion rund um die Rodung und Alternativen in diesem Brief nicht weiterführen.

Wir sorgen uns um die Gesundheit derer, die sich bei einer Räumung im Osterholz aufhalten würden. Dabei geht es nicht nur um das Wohlbefinden der Aktivist*innen, die bei einer Räumung in den Wald kommen würden und um die Gesundheit der Waldbesetzer*innen, sondern auch um die Waldarbeiter*innen, die Polizist*innen und die Mitarbeiter*innen Ihrer Firma.

Wir sind nicht qualifiziert, um einzuschätzen, ob in einem Waldstück die Gefahr von Blindgängern vorhanden ist oder auch nicht, aber wenn die Bezirksregierung eine Untersuchung verfügt, wird es dafür doch wohl einen Grund geben. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Beamtinnen sich entschieden haben, diese Untersuchung vor den Bauarbeiten oder vor den Rodungsarbeiten anzuordnen. Dabei spielt einzig und alleine die Gesundheit aller Beteiligten eine Rolle. Und es will uns nicht einleuchten, wieso bei der Arbeit mit schwerem Gerät oder beim Aufprall der Bäume auf den Waldboden keine vergleichbare Gefahr bezüglich möglicher Blindgänger bestehen sollte, wenn es doch für den Haldenbau unbedingt geprüft werden muss.

Wir können nachvollziehen, dass es bei einer Entscheidung für eine Rodung nun ein Interesse gibt, diese auch möglichst schnell, möglichst noch vor Ende der Rodungssaison, durchzuführen. Laut Planfeststellungsbeschluss müsste allerdings der Antrag zur Überprüfung auf Kampfmittelfreiheit mindestens 6 Monate vor Baubeginn eingereicht werden. Wie Sie selbst in der heutigen WDR Lokalzeit beschrieben haben, sind die Sondierungen bisher nicht durchgeführt worden. Würden Sie bereits morgen den entsprechenden Antrag einreichen, könnten Sie also frühestens am 18.07.2022 mit den Bauarbeiten beginnen. Die nächste Rodungssaison beginnt am 01.10.2022: Sind es diese maximal 2 ½ Monate weiterer Wartezeit wirklich wert, im schlimmsten Fall eine Detonation zu verursachen?

Es geht hier nicht darum, wie die Bezirksregierung entschieden hat und es geht auch nicht darum, wie das Gericht diese Bestimmungen interpretiert hat. Es geht darum, eine Räumung und Rodung möglichst sicher für alle Beteiligten zu gestalten. Wir verstehen nicht: Wenn sowieso Sondierungen durchgeführt werden müssen, wieso beauftragen Sie diese nicht vor den Rodungsarbeiten?

Wir hoffen auf Ihre Einsicht und einen Aufschub der Arbeiten bis zur Überprüfung durch den Kampfmittelräumdienst. Wir sind – nicht zuletzt durch die guten Gespräche, die wir mit Ihnen in der Vergangenheit führen konnten – hoffnungsvoll, dass es zu einer sicheren Lösung kommen wird.

Wir würden uns über eine Rückmeldung freuen!
Vielen Dank für Ihre Zeit

Mit freundlichen Grüßen
Das Team von Fridays for Future Wuppertal

Fridays for Future Zentralstreik in Frankfurt am 13.08.2021

In Frankfurt demonstrierten letzten Freitag laut Angabe der Veranstalter*innen 15.000 Menschen gegen die Kohlegeschäfte der Commerzbank. Anlass für diese Demonstration war die Kritik an den nicht eingehaltenen Versprechen der Commerzbank, grüne Anlagen auszubauen und dabei auf Nachhaltigkeit zu setzen.

Mittags starteten verschiedene Finger der Sterndemo Richtung Alte Oper. Wir begleiten einen der Finger durch das Bankenviertel zog und trafen gegen 15:00 Uhr an der Alten Oper ein. Zentrale Mottos waren „Unsere Zukunft ist unverkäuflich“ #KohleCommerzbank und „Banken wieder positiv besetzten“. Unterschiedliche Reden, u.a. von prominenten Wirtschaftsweisen wie aus dem Kollektiv Urgewald erhellten die Problematik und deren Hintergründe pointiert und überzeugend.

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